Auch wenn in der Oberpfalzliga derzeit etwas Sand im Getriebe ist: Im Viererpokal-Wettbewerb zeigen sich die Schachspieler der SG Siemens Amberg von ihrer Schokoladenseite. So brachte die Viertelfinalpaarung gegen den favorisierten Regionalligisten TSV Kareth-Lappersdorf den Ambergern einen überraschend klaren 3,5:0,5-Erfolg. Damit kommt es im Halbfinale zur Revanche für die letztjährige Endspielniederlage gegen die Regensburger Turnerschaft.
Beide Teams waren gezwungen, auf einige ihrer besten Kräfte zu verzichten; die SGS trat mit der gleichen Besetzung wie in der Runde zuvor in Furth im Wald an. Andreas Beyerlein musste sich am Spitzenbrett mit dem starken Thomas Klimpel auseinandersetzen. Klimpels etwas zu optimistische Spielanlage bescherte Beyerlein die Herrschaft auf der langen Diagonale, und als der Amberger dann noch die Dame für Turm und Läufer erbeuten konnte, war die Begegnung entschieden. An Brett 2 wählte Wolfgang Reindl offenbar das richtige Rezept gegen Manuel Kues, den Vierten der Oberpfalz-Jugendmeisterschaft. Mit seiner Spezialeröffnung stellte er den Karether vor ziemliche Probleme, und in dieser zweischneidigen Position genügten Reindl zwei schwächere Züge des Gegners, um den vollen Punkt einzufahren.
Theoretisch voll auf der Höhe zeigte sich Gerd Wiesgickl an Brett 3 in der Drachenvariante, die ihm sein Kontrahent Heinrich Boldt auftischte. Im Mittelspiel gelang es Wiesgickl, mit einem Läuferspieß Material zu gewinnen, und der Rest war dann, wie es so schön heißt, "Sache der Technik". Josef Schlaffer sah sich am 4. Brett mit Kai Behrens einem weiteren der "jungen Wilden" aus Kareth gegenüber. Nach guter Eröffnungsbehandlung Schlaffers störte allerdings ein Damenschach empfindlich seine Pläne. Im Endspiel kämpfte Behrens mit drei Bauern gegen einen Springer lange um den Ehrenpunkt, doch das aktive Gegenspiel des Ambergers bändigte die weißen Bauern und stellte das Remis sicher.