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"Die schönen Tage von Aranjuez sind nun zu Ende!" möchten wir mit dem Dichter ausrufen, da sich unser wohlbekannter Amberger Schach-Congress wieder einmal dem Schlüsse zugeneigt hat. Dreiunddreissig der Stärksten aus der Schar der Jünger Caissas haben fast ein Dreivierteljahr in edlem Wettstreit um die Siegespalme gerungen. Durch die Theilnahme einiger aus dem Auslande stammenden Kenner des königlichen Spieles ist unser Turnier mit besonderem Glänze erfüllt worden. Doch ebenso grosse Freude hat uns die rege Betheiligung unseres Nachbarvereines SC Haselmühl bereitet, in welchem ja schon seit langem unserem geliebten Spiele in überaus rühriger Weise gehuldigt wird.
Ferner hat die Congresstheilnehmer namentlich die Thatsache entzückt, dass erstmals nach fast zwanzig Jahren wieder einmal eine Dame es gewagt hat, sich im Kampfe mit den Herren der Schöpfung zu engagiren. Und wir dürfen fest stellen, dass sich das sogenannte schwache Geschlecht in diesem Turnier trefflich behauptet hat; Frl. Backensfeld ist es gelungen, vier Mal über ihre Concurrenten zu obsiegen und mithin am Schlüsse den dreiundzwanzigsten Rang einzunehmen.
Nach neun spannenden Durchgängen hat diesmal der im Vorjahre knapp geschlagene Enis Sejdic die Krone eines Amberger Stadtmeisters errungen. Nur zwei Remisen hat der Haselmühler Vorkämpfer seinen Gegnern verstattet. Sein Spiel lässt sich als ausdauernd und listig charakterisiren; der unterfertigte Commentator hat dies zu seinem Leidwesen erfahren müssen, als er, sich im Vortheile glaubend, zu ungestühm agirte und, vom langen Ringen ermüdet, den Verlust eines Officieres übersah. Auf dem zweiten Platze finden wir den allseits wohl bekannten Peter Broszeit, ebenfalls dem Haselmühler Schachvereine angehörend; nur um einen halben Punkt hat er das grosse Ziel verfehlt. Den Triumph unseres Nachbarvereines vervollständigt hat der gewaltige Heinrich Däubler, den vor Beginn des Turnieres viele als ersten Anwärter auf den Siegespreis gesehen haben, der sich aber schliesslich gleichsam mit der Broncemedaille begnügen musste. Vornehme Zurückhaltung haben die Amberger Gastgeber geübt, deren Bester Gerhard Franz nur den vierten Rang inne hat. Doch kann sich Franz damit trösten, dass sein Sieg über Broszeit ein Immergrün im Lorbeerkranze des Ambergers bleiben wird. Wolfgang Reindl hat zu schwankend gespielt, um sich eines höheren Erfolges als der fünften Stelle würdig zu erweisen. Dass Gerd Wiesgickl ein starker Spieler ist, hat er auch in diesem Turnier in einigen Partieen bewiesen und zu Recht den sechsten Rang belegt. In kräftigstem Style gekämpft hat Mihail Harutjunjan, der dafür mit dem siebten Platze belohnt worden ist. Rühmlichst hervorgethan haben sich wiederum zwei der jüngsten Theilnehmer, Max Schatz und Alexander Niemzok. Auch Joachim Ströhl hat mit Johann Fersti und dem Vorjahresmeister Roland Piecha, dem diesmal Caissa ihre Huld in nicht geringem Ausmasse entzog, noch zwei erfahrene Turnierkämpfer überrundet.
Wir können in diesem Berichte nicht alle Theilnehmer erwähnen, doch sei bemerkt, dass sich insbesondere die jungen Spieler durch ihre mutigen Attacken ausgezeichnet haben und auch angesichts berühmter Gegner respectios auf dem Schachbret zu Werke gegangen sind. Ein achtbares Ergebniss hat unser Schachfreund Hans-Jürgen Ringer mit dem fünfundzwanzigsten Rang erkämpft; ob der Thatsache, bisher in keinem Vereine incorporirt zu sein, verdient dies ein einhelliges Lob.
Mithin blicken wir in Zufriedenheit auf ein Turnier zurück, das in ungetrübter Harmonie von Statten gegangen ist; lediglich der Rücktrit zweier Spieler war etwas bedauernswerth. Auch bei der nächsten Zusammenkunft der Amberger Liebhaber des königlichen Spieles in wenigen Monaten erwartet das Organisations-Comite wieder ruhmreiche Thaten auf dem schwarz-weissen Schlachtfelde und sieht diesem Kampfe erwartungsvollst entgegen.
Wolfgang Reindl,
Vorsitzender des Comites.
Die Abschlusstabelle:
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Platz |
Name |
Punkte |
Buchholz |
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|
1. |
Enis Sejdic |
8,0 |
47,0 |
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2. |
Peter Broszeit |
7,5 |
46,5 |
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3. |
Heinrich Däubler |
6,5 |
48,0 |
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4. |
Gerhard Franz |
6,0 |
49,5 |
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|
5. |
Wolfgang Reindl |
6,0 |
46,5 |
|
|
6. |
Gerd Wiesgickl |
6,0 |
43,5 |
|
|
7. |
Mihail Harutjunjan |
6,0 |
40,0 |
|
|
8. |
Max Schatz |
5,5 |
47,0 |
|
|
9. |
Alexander Niemzok |
5,5 |
43,0 |
|
|
10. |
Joachim Ströhl |
5,0 |
45,5 |
|
|
11. |
Johann Ferstl |
5,0 |
44,0 |
|
|
12. |
Roland Piecha |
5,0 |
44,0 |
|
|
13. |
Günter Renner |
5,0 |
42,0 |
|
|
14. |
Matthias Kellner |
5,0 |
41,0 |
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|
15. |
Josef Schlaffer |
5,0 |
40,5 |
|
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16. |
Till Simon |
5,0 |
31,5 |
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|
17. |
Daniel Ertl |
4,5 |
39,5 |
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|
18. |
Christoph Peter |
4,5 |
38,0 |
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|
19. |
Robert Torunsky |
4,5 |
36,0 |
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|
20. |
Christoph Saurenbach |
4,5 |
34,5 |
|
|
21. |
Josef Jelinek |
4,0 |
42,5 |
|
|
22. |
Thomas Matuscheck |
4,0 |
38,5 |
|
|
23. |
Sylvia Backensfeld |
4,0 |
36,0 |
|
|
24. |
Franz Siegert |
4,0 |
33,5 |
|
|
25. |
Hans-Jürgen Ringer |
4,0 |
33,0 |
|
|
26. |
Matthias Hanauer |
4,0 |
29,0 |
|
|
27. |
Franko de Luca |
3,5 |
36,0 |
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|
28. |
Jewgenij Tarschis |
3,5 |
29,5 |
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|
29. |
Konstantin Bücherl |
3,0 |
28,0 |
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30. |
Eugen Latmann |
2,0 |
30,0 |
|
|
31. |
Oskar Tanko |
1,0 |
32,5 |