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.. war die Freude bei den Amberger Schachspielern riesengroß: Endlich war die "Erste" wieder "oben", sprich der heiß ersehnte Aufstieg in die Regionalliga war geschafft. Und angesichts der sonstigen Erfolge ist man geneigt, auch heute noch die Saison 1988/89 als den Höhepunkt des SGS-Schachs seit dem Unglücksjahr 1983 zu bezeichnen.
Superlative reizen zum Widerspruch. Vielleicht sieht es der Autor ja auch zu sehr aus persönlicher Sicht. Aber was die I. Mannschaft damals bot, war schon Extraklasse. Anfangs war noch etwas Sand im Getriebe, aber am 6. Spieltag nahmen wir das Heft endgültig in die Hand, als wir den bisherigen Tabellenführer aus Kötzting nach ungewöhnlich hartem Kampf mit 4,5:3,5 schlugen und dann die damit errungene Spitzenposition in der Oberpfalzliga nicht mehr abgaben. 15:3 Punkte ohne Niederlage, Lutz mit 7 aus 9 am 2. Brett der überragende Akteur, auch Broszeit, Reindl und Rupprecht ohne Verlust, drei tolle Kantersiege gegen Kareth (7:1), RT und den SC Regensburg (beide male 6:2) - Herz, was willst du mehr?
Aber es wäre ungerecht, die Einstufung als Top-Saison nur daraus abzuleiten. Den Triumph des Aufstieges hatte unsere II. Mannschaft bekanntlich bereits im Vorjahr erreicht. Aber diesmal setzte Ferstls Truppe, angespornt durch einen mit 8 aus 9 phantastisch auftrumpfenden "Kapitän Joe", gleich noch eins drauf: Vizemeister der Bezirksliga Nord mit ebenso deutlichen Siegen wie Team No. 1, nämlich zweimal 7:1 gegen Cham (den späteren Landesligisten) und Nittenau sowie 6:2 im Derby gegen Haselmühl. Nur an den mit 18:0 Punkten alles niederwalzenden Erbendorfern war kein Vorbeikommen - aber ein nochmaliger Aufstieg wäre des Guten wohl auch etwas zuviel gewesen!
Natürlich verblassen da die Leistungen der III. und IV. Mannschaft in der Kreisliga II, obwohl sich insbesondere die neu gegründete "Vierte" im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut in Szene setzen konnte. "Spielpraxis sammeln" war damals die Absicht; seither ist die Zahl der Spielwilligen leider erheblich geschrumpft, so dass man sich heutzutage die SGS eher mit nur zwei als wieder mit vier Teams vorstellen kann.
Im Verbandsspielbetrieb hatte sich Amberg also auf die bayerische Ebene hinaufgehievt. Aber auch im Blitzschach tauchte die SGS nun bayernweit auf: Lutz Kampmann wurde Vize-Oberpfalzmeister, die Mannschaft Dritte, und so durften beide auch mal überregionale Luft schnuppern. Dasselbe war auch Andreas Rupprecht als Oberpfalzzweiter bei der B-Jugend vergönnt, und sein vierter Platz bei der "Bayerischen" war ein toller Erfolg. Eine ebenso großartige Leistung bot Ruppi bei seinem Debüt bei der Amberger Stadtmeisterschaft: Ohne Verlustpartie wurde er Erster und verwies punktgleich Wolfgang Reindl dank besserer Wertung auf Rang zwei. Mit drei Zählern Rückstand führten Gerald Rösch, Ewald Mayer und Titelverteidiger Georg Böller den Rest des Teilnehmerfeldes an. Die Stadtmeisterschaft wurde damals in drei Gruppen ausgefochten. In der Gruppe B gab es ein totes Rennen zwischen Helmut Miek und Reinhold Prölß, in der neu geschaffenen "Hobbygruppe" hieß der Gewinner Thomas Gillich.
Wissen Sie noch, was Aktivschach ist? In den Analen finden wir nämlich im September 1989 die "1. Amberger Aktivschach-Meisterschaft" verzeichnet. Es war das erste und letzte derartige Turnier, nicht nur deshalb, weil sich schließlich die doch etwas sinnvollere Bezeichnung "Schnellschach" allgemein durchgesetzt hat. Eigentlich wäre es doch schön, diese Meisterschaft z. B. als Saisoneinstieg wieder neu zu beleben und Papa Rösch, der sich damals im Entscheidungsspiel gegen seinen Filius den Titel sicherte, nicht einsam in der Siegerliste stehen zu lassen.
Stichpunktartig seien noch die restlichen Höhepunkte - es gab ja so viele, dass man mit der Aufzählung kaum fertig wird - erwähnt: Gerald Rösch Sechster in der Oberpfalz-M I, Andreas Rupprecht (nach verlorenem Stichkampf gegen Otto Rösch) Zweiter beim Weihnachtsblitzturnier, Lutz Kampmann Erster beim Haselmühler Blumenturnier, Kampmann/Broszeit/Franz/Wiesgickl Sieger beim Regensburger Mannschaftsblitzturnier. Mit Robert Minge, der bei den Meisterschaften der US Army bis auf die deutsche Ebene gelangte, bevor er sich dann von hier verabschiedete, verabschieden wir uns von einem phantastischen Sportjahr. Doch das nächste stand dem kaum nach...