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Wechselbad der Gefühle

Nur das Matt ist im Schach endgültig. Ein Abstiegsplatz bei der bayerischen Mannschafts-Schnellschachmeisterschaft ist es jedenfalls nicht. Letztes Jahr wurden wir in der Schnellschach-Landesliga zwar mit 2:12 Punkten abrasiert und auf dem achten und letzten Platz abgelegt, aber diesmal waren wir doch wieder dabei! Ermöglicht haben uns das einige oberfränkische Schachfreunde, die vor der weiten Anreise in die Postgarten-Arena in Furth im Wald zurückschreckten und dem bayerischen Spielleiter eine hohe Telephonrechnung bescherten - denn der mußte nun schauen, wie die Lücken in Furth im Wald gefüllt werden konnten. Wir ließen uns jedenfalls nicht lange bitten und fuhren am 18. September statt in den Wilden Westen (Regionalliga in Hersbruck/Altensittenbach) dann eben nach Osten in den Bayerwald. Auf Lutz Kampmann und Gerald Rösch mußten wir zwar verzichten, aber die "üblichen Verdächtigen" Andi Beyerlein, Gerhard Franz, Gerd Wiesgickl und Tiger Reindl standen Gewehr bei Fuß.

Am Spieltag waren es noch immer keine acht Teams, die in Furth einen vergnüglichen Schnellschach-Nachmittag verbringen wollten; gerade mal ein "Fähnlein der sieben Aufrechten" aus Mittelfranken und der Oberpfalz trat in die Schranken. Wie gut, daß es übrigens DWZ-Zahlen gibt - da wußten wir gleich, daß wir chancenlos waren: Fast lauter 2000er, nur schachliches Hochgebirge. Wir hatten keine Chance - also versuchten wir, sie zu nutzen! In der Auftaktrunde wurde Büchenbach/Roth mit 3,5:0,5 nach Hause geschickt, danach gab es ein noch überraschenderes 3:1 gegen Neutraubling. Die folgenden Pleiten gegen Kareth-Lappersdorf (0,5:3,5) und die Gastgeber aus Furth (0:4) fanden wir zwar nicht gerade amüsant, verdarben uns aber auch nicht die Laune: In der vorletzten Runde ließen wir Postbauer-Heng beim glatten 4:0 nicht die geringste Chance, und so befanden wir uns vor der letzten Begegnung gegen die nicht unbedingt übermäßig stark aufgestellten Schachfreunde aus Schwanstetten in einer bekannten Lage: Sieg bedeutet Aufstieg in die Oberliga, 2:2 ist gleich Klassenerhalt, Niederlage heißt Abstieg in die Regionalliga. (Man erinnere sich: Vor ein paar Jahren zeigten die Amberger in gleicher Situation keine Nerven, gewannen das Entscheidungsmatch und marschierten in die Oberliga.) Nachdem die anderen Teams nach schnellen 2:2-Unentschieden zügig den Nachhauseweg anpeilten, kämpften wir vor leeren Rängen bis zum Ende. Und weil es dann 1,5:2,5 gegen uns stand, war es ein bitteres Ende.

Also ein Wechselbad der Gefühle, aber wer wird denn alles so ernst nehmen. Es war durchaus kein schlechter Einstieg in die Saison. Tiger Reindl am Spitzenbrett (2,5 aus 6) zeigte gegen die "Kleinen" einige Schwächen, verspeiste aber dafür die beiden größten DWZ-Riesen Werner und Kordts. An Brett zwei spielte Gerhard Franz mit 3,5 aus 6 gewohnt zuverlässig, schlug unter anderem Oberpfalz-Vize Christoph Wutz und hatte zudem noch gegen den Hausherrn Mr. Max Pech mit einem Einsteller in absolut gewonnener Stellung. Andi Beyerlein verbuchte 2 Punkte gegen eine nicht gerade leichte Gegnerschaft, und "Großmeister Wiesegic" räumte am vierten Brett mit 4,5 Punkten und attraktivem Offensivschach sehr ordentlich ab.

Fazit: 5. Platz, 6:6 Punkte, nur um einen halben Brettpunkt den vorher als nahezu unmöglich eingeschätzten Landesligaerhalt verpaßt. Aber was bedeutet im Schnellschach schon ein Abstiegsplatz? So wörtlich wollen wir diesen Begriff mal nicht nehmen, denn wie gesagt - im Schach ist nur das Matt endgültig.

 

Für die Statistiker:

SG Büchenbach/Roth - SGS 0,5:3,5 (Herning/2026 - Reindl remis, Kirch/2035 - Franz 0:1, Adler/2013 - Beyerlein 0:1, Häckler/2039 - Wiesgickl 0:1)

SGS - TSV Wacker Neutraubling 3:1 (Reindl - C.Werner/2180 1:0, Franz - Wutz/2127 1:0, Beyerlein - Müller/1998 0:1, Wiesgickl - D.Depner/1869 1:0)

TSV Kareth/Lappersdorf - SGS 3,5:0,5 (T.Klimpel/2096 - Reindl 1:0, Appel/2093 - Franz 1:0, Dr.Seidl/2141 - Beyerlein 1:0, C.Strobel/2070 - Wiesgickl remis)

SGS - SC Furth/Waldmünchen 0:4 (Reindl - Vasicek/2151 0:1, Franz - Riedl/1923 0:1, Beyerlein - Tochor/2057 0:1, Wiesgickl - F.Mauerer/1851 0:1)

SC Postbauer-Heng - SGS 0:4 (Kordts/2193 - Reindl 0:1, Stertkuhl/2049 - Franz 0:1, Sippl/1935 - Beyerlein 0:1, Hoffmann/1844 - Wiesgickl 0:1)

SGS - SK Schwanstetten 1,5:2,5 (Reindl - Arlt/1948 0:1, Franz - Wittmann/2045 remis, Beyerlein - Manthey/2036 0:1, Wiesgickl - Cipra/1876 1:0)

 

Endergebnis:

1. TSV Kareth/Lappersdorf 8-4 (15), 2. TSV Wacker Neutraubling 8-4 (13,5), 3. SC Furth/Waldmünchen 7-5 (12,5), 4. SK Schwanstetten 6-6 (13), 5. SG Siemens Amberg 6-6 (12,5), 6. SG Büchenbach/Roth 6-6 (11,5), 7. SC Postbauer-Heng 1-11 (6)


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